Ralf Drevermann ist Heilpraktiker & Heiler

Das Portrait am Sonntag

Heilende Hände? Stadtanzeiger Hamm überzeugt sich selbst im Selbstversuch und testet die Fähigkeiten des Energietherapeuten.

Der Stadtanzeiger zu Besuch bei Ralf Drevermann

Stadtanzeiger Hamm

Februar 2012

mit Selbstversuch

Portrait Ralf Drevermann mit Selbstversuch der Zeitung
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Hamm 

"Noch einmal", sagt Ralf Drevermann. "Ich bin kein Wunderheiler und erst recht kein Guru." Soll man das glauben? Drevermann, gelernter Heilpraktiker, sagt nämlich auch, er könne durch Handauflegen heilen. Außerdem verwendet er weitere Methoden, die nicht gerade im Lehrbuch für angehende Ärzte stehen, wie zum Beispiel Hypnose.

Die Gabe, durch Handauflegen heilen zu können, scheine bei ihm in der Familie zu liegen, sagt Drevermann, "anfangs habe ich da selber nicht dran geglaubt". Ein Versuch überzeugte ihn jedoch später vom Gegenteil: Er hatte tatsächlich heilende Hände. Um diese zu nutzen, entschied sich Drevermann für eine Ausbildung zum Heilpraktiker und eine Prüfung in Deutschland. Nach einigen Jahren im Ausland ging er nach Hamm.

Internet und Printmedien wissen von wahren Heilungswundern zu berichten: Migräne, Verspannungen, Rheuma, Unfruchtbarkeit – die Liste ist lang. Mittlerweile nehmen Patienten aus ganz Deutschland und sogar San Francisco und Tel Aviv den weiten Weg nach Hamm auf sich, wenn ihre Ärzte nicht mehr weiter wissen. Drevermann sagt dazu: "Ich bin kein Guru" und sieht in seinen Methoden nichts Exotisches – Wunder vollbringen könne er eben nicht. "Ich gebe lediglich einen Anstoß zur Selbstheilung", erklärt er. "Dabei besteht keine Garantie, dass die Behandlung anschlägt, ich kann bestimmt nicht jedem helfen."

Und wie läuft eine solche Behandlung ab? Nach einem ausführlichen Vorgespräch liegt der Patient entspannt auf dem Rücken, während der Heilpraktiker seine Hände in ein paar Zentimetern Abstand über seinen Körper gleiten lässt. Dabei arbeitet sich Drevermann langsam von den Füßen nach oben und verharrt an den Stellen, wo er eine Blockade vermutet. "Durch das Auflegen der Hände können diese gelöst werden und Energieflüsse wieder hergestellt werden", erläutert der 41-Jährige. "Dem Körper wird so ein Anstoß zur Selbstheilung gegeben." Ob und wie der Patient auf die Behandlung reagiert, ist nicht vorhersehbar, oft ist vom "Placeboeffekt" die Rede. Drevermann sieht das anders. Ob der Patient selbst an die Heilmethode glaubt, sei nicht wichtig.

In seiner Praxis in Westtünnen bietet er eine ganze Bandbreite an Behandlungsmethoden an: von A wie Akupunktur bis H wie Hypnose. Die wird häufig zur Behandlung von Übergewicht, Stressbewältigung und Raucherentwöhnung eingesetzt. Dazu versetzt Drevermann den Patienten mit Hilfe eines Pendels oder einer Taschenlampe in einen Zustand zwischen Wach sein und Schlafen. In diesem "Alphazustand" kann er auf das Unterbewusstsein zugreifen.

Ein ausführliches Vorgespräch ist nötig!

Auch hier ist ein ausführliches Vorgespräch nötig, in dem die Ursachen des Problems erforscht werden. Auch ein "Ersatzgefühl" wie Ekel vor Zwiebeln oder dem Schweißgeruch wird vereinbart, welches dann während der Hypnose ins Unterbewusstsein "eingepflanzt" wird. Hat dieser dann später das Verlangen nach einer Zigarette, blockiert das Unterbewusstsein dieses durch den Ekel.

Drevermann hat eine CD veröffentlicht, damit seine Patienten auch ohne seine direkte Hilfe zur inneren Ruhe finden können. "Der Weg zur inneren Mitte" – so der CD-Titel – verspricht absolutes Wohlbefinden, Entspannung und so die Aktivierung der Selbstheilungskräfte. Da Drevermann auch die Jugendmannschaften des Handball-Leistungszentrums Ahlen betreut, war eine weitere CD für Sportler naheliegend. "Mentaltraining für Sportler" hat den Anspruch, bei Hobby- und Leistungssportlern die Motivation und die Effizienz ihres Trainings zu steigern.

Selbstversuch durch den Stadtanzeiger Hamm

„ In diesem Moment spüre ich eine leichte Wärme auf der Haut“

Natürlich bin ich neugierig, wie sich die heilenden Hände von Ralf Drevermann anfühlen – und der Heilpraktiker ist mit meinem Selbstversuch einverstanden.

Dazu muss ich mich in Rückenlage auf eine ganz normale Praxisliege legen. Drevermann hält seine Hände in einer Höhe von zehn Zentimetern über meine Füße und bewegt sie Richtung Kopf. Zwischendurch stoppt er an Stellen, an denen er einen gestörten Energiefluss vermutet. Bei mir halten seine Hände zuerst über meinem Bauch und dann über meinem Kopf inne. In diesem Moment spüre ich eine leichte Wärme auf der Haut, vergleichbar mit der Abwärme einer Lampe. Als ich aber seine Hände anfasse, sind diese nicht besonders warm.

Ralf Drevermann fragt mich, ob ich jemals irgendwelche Probleme an diesen Körperpartien gehabt hätte – hatte ich aber nicht. Seine nächste Vermutung ist, dass etwas mit meinem Rücken sein könnte. Ich sollte mich gerade hinstellen, und Drevermann fährt mit seinen Händen im Zehn-Zentimeter-Abstand die Wirbelsäule entlang. Ziemlich in der Mitte stoppt er, lässt eine Hand dort und hält die andere über meinen Kopf. Erneut verspüre ich eine leichte Wärme.

Drevermann fragt mich, ob ich schon mal Probleme mit meiner Wirbelsäule gehabt hätte – und tatsächlich: Mir springt schon mal ein Wirbel raus, weil meine Wirbelsäule schief steht.

von Stella Köchling und Laila Weiland

 

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