Herzrhythmusstörung

Das Herz macht einen unregelmäßigen Takt, es stolpert oder schlägt plötzlich zu schnell / langsam. Kommt der Herzschlag aus dem Rhythmus (unregelmäßig, von der normalen Abfolge des Herzschlags abweichend), nennt man dies Herzrhythmusstörung (Arrhythmien). Dieser unregelmäßige Herzschlag belastet oft die Betroffenen und kann sogar Panikattacken auslösen. Ein normaler Herzschlag in der Ruhephase liegt bei 60 bis 80 Schläge pro Minute. Das Herz erzeugt einen elektrischen Impuls und löst damit die Herzmuskel Aktivität (Zusammenziehen) aus.

 

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Herzrhythmusstörung Darstellung Herzschlag

3 ARTEN VON HERZRHYTHMUSSTÖRUNG

Wenn das Herz nicht im richtigen Takt läuft können Herzrhythmusstörungen Auswirkungen auf den gesamten Körper haben. Sie werden in 3 Arten unterteilt:

  • Bradykardie: der Herzschlag ist zu langsam (100 Herzschläge pro Minute)
  • Tachykardie: der Herzschlag ist zu schnell (>100 Herzschläge pro Minute)
  • Arrhythmie: der Herzschlag ist unregelmäßig

Der Sinusknoten (liegt im Herzvorhof) bildet elektrische Impulse, die einen Herzschlag auslösen. Hier kann es zu einer Störung kommen und die Weiterleitung (über den AV-Knoten – Atrio-Ventrikular-Knoten) dieser Impulse in die Herzkammer funktioniert nicht mehr richtig, oder zusätzliche Impulse werden an den Herzmuskel weitergegeben.

Eine Sinusarrhythmie entsteht meistens bei Kindern und jungen Menschen, wenn beim Ein- und Ausatmen die Herzfrequenz sinkt und ist normal.

Bei sportlichen Aktivitäten produziert das Herz ab und zu Extraschläge (Extrasystolen). Diese Herzrhythmusstörung kann unangenehm sein, jedoch ist sie meistens ungefährlicher Natur.

In der Ruhephase bzw. im Schlaf verlangsamt sich der Puls (lat. pulsus / pulsare – klopfen). Der Puls ist eine sogenannte Druckwelle des aus dem Herzen gepumpten Blutes in die Blutgefäße. Dieser kann durch Ertasten gemessen werden und gibt einen Aufschluss über die Effektivität der Herztätigkeit.

 

DURCHSCHNITTLICHER RUHEPULS

Ein normaler Puls liegt bei 60-100 Schlägen pro Minute. Der durchschnittliche Ruhepuls ist bei jedem Alter etwas unterschiedlich:

Puls: Erwachsene – Senioren – Sportler - Schwangere 

  • Ältere Menschen (Senioren) – 70-90 Schläge pro Minute
  • Erwachsene – 70-80 Schläge pro Minute • Sportler – 30-40 Schläge pro Minute
  • Bei Schwangeren kann eine Erhöhung von 10-20 Herzschlägen pro Minute auftreten

Puls Kinder: Föten – Babys – Kleinkinder – Jugendliche

  • Föten – 150-160 Schläge pro Minute
  • Babys – 120-140 Schläge pro Minute
  • Kleinkinder – ca. 100 Schläge pro Minute
  • Jugendliche – ca. 85 Schläge pro Minute Der Puls bei Frauen ist meistens minimal schneller als bei Männern.

RUHEPULS BEI SPORTLERN

Das Herz wird durch regelmäßige sportliche Aktivitäten in besonderer Weise trainiert und dadurch ergibt sich ein anderes Volumen und eine Veränderung der Muskelmasse. Eine Versorgung von Gewebe, den Muskeln und Organen des Körpers wird schon mit weniger Herzschlägen erreicht, da der trainierte Herzmuskel mit einem einzigen Pulsschlag mehr Blut in die Arterien pumpen kann. Bei Sportlern macht sich dies durch einen niedrigen Ruhepuls bemerkbar.

 

SYMPTOME: HERZRHYTHMUSSTÖRUNGEN (ARRHYTMIEN)

Diese Symptome können auftreten: 

  • Herzrasen
  • Pausen im Herzschlag
  • Herzstolpern
  • Brustenge / Herzenge (Angina pectoris)
  • Schwindel
  • Ohnmacht
  • Benommenheit, Verwirrtheit
  • Krampfanfälle
  • Embolien (Blutgerinnsel)
  • Schlaganfall (Hirninfarkt, Apoplex)
  • Herzinfarkt (Myokardinfarkt)
  • Herzschwäche

Wenn die Symptome jedoch nur ganz leicht sind oder nur manchmal auftreten, bemerken die Personen diese Herzrhythmusstörungen erst nicht. Kommt aber dann Schwindel (sogar bis zur Ohnmacht & Bewusstlosigkeit), Stechen in der Brust (Brustschmerzen) und ein Gefühl von Brustenge, gehen viele dann zum Arzt.

 

DIAGNOSE: HERZRHYTHMUSSTÖRUNG

Sollte eine Herzrhythmusstörung mit plötzlichem Herzrasen auftreten, kann man durch einige Methoden versuchen, den Puls zu verlangsamen.

Sollte man unter häufigen Herzrasen oder -pochen, Ohnmacht und Schwindel leiden, ist ein Arztbesuch zur Abklärung unumgänglich. Hier wird ein EKG (Elektrokardiogramm) aufgezeichnet und somit die elektrischen Ströme des Herzens gemessen. Damit kann eine Herzrhythmusstörung ermittelt werden. Ein zu schneller Herzschlag (Tachykardie) kann ein Vorhofflimmern auslösen und ein Kammerflimmern kann lebensbedrohlich werden und zum Herztod führen.

Eine Herzrhythmusstörung kann auch durch Entzündungen, Narben oder Durchblutungsstörungen im Herzmuskel entstehen.

 

URSACHE ARRHYTHMIEN

Es gibt verschiedene Ursachen für die Entstehung von Herzrhythmusstörungen, die im organischen Bereich aber auch durch äußere Umstände entstehen können.

Herzrhythmusstörung organisch bedingt: 

  • Herzklappenfehler
  • Bluthochdruck
  • Störungen im Elektrolythaushalt (z.B. Mangel an Magnesium, Kalium, Calcium)
  • Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
  • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
  • Herzinfarkt
  • Herzmuskelentzündung / Herzkammer Erkrankungen
  • Kardiomyopathie (Herzmuskelerkrankung)
  • Koronare Herzerkrankung (KHK)
  • Nach einer Herzoperation
  • Vorhofflimmern
  • Hypoxie (mangelnde Versorgung des Gewebes mit Sauerstoff)
  • Herzinsuffizienz (gestörte und verminderte Pumpfunktion des Herzens)

Angeborene Ursachen: 

  • Angeborener Herzfehler
  • Wolff-Parkinson-White-Syndrom (Akzessorische -überzählige- Leitungsbahnen)
  • Brugada-Syndrom (Ionenkanalstörung)

Äußere Umstände: 

  • Stress
  • Stromunfall
  • Medikamente (Nebenwirkungen)
  • Aufregung, Angst
  • Zuviel Alkohol
  • Drogenkonsum
  • Konsum von Giften
  • Rezeptor an der Hauptschlagader (Karotissinus-Knoten) wird z.B. durch einen zu engen Kragen oder Schal gereizt
  • Meteorismus (Bauch ist stark gebläht)
  • Übermäßiger Koffein Konsum (Cola, Kaffee etc.)
RISIKO BEI HERZSTÖRUNGEN

Wenn der Herzvorhof unregelmäßig und zu schnell angeregt wird, entsteht daraus ein unregelmäßiger Puls. Dadurch wird der Vorhof nicht mehr gleichmäßig zusammengezogen und der Transport des Blutes zu den Herzkammern gestört. Die Pumpleistung verringert sich. Dies nennt man Vorhofflimmern oder Vorhofflattern. Gefahr: Es können sich festgesetzte Gerinnsel bilden und einen Schlaganfall auslösen.

 

Herzrasen kann durch die zusätzlichen übermäßigen Impulse zu einem Kammerflimmern (>320 Schläge pro Minute) führen. Dabei ziehen sich die Herzkammern unkontrolliert zusammen aber die Pumpleistung sinkt sehr stark ab. Hier muss sofort ein Defibrillator eingesetzt werden, da ein Kammerflimmern nach wenigen Minuten tödlich ist.

 

Eine Blockierung oder Verzögerung der Weiterleitung der Erregung zwischen dem Vorhof (Atrium) und dem Sinusknoten nennt man SA-Block.

 

Die Erregung wird nicht zwischen dem Herzvorhof und der Herzkammer weitergeleitet, sondern blockiert (AV-Block). Dadurch verlangsamt sich der Herzschlag. Liegt eine komplette Blockierung vor, kommt es zu einem Herzstillstand. Hier wird ein Herzschrittmacher eingesetzt um die Weiterleitung zu regulieren.

Untersuchungsmethoden

Folgende Untersuchung werden durchgeführt um die Ursachen der Herzrhythmusstörungen zu erkunden:

  • EKG im Ruhezustand
  • Belastungs-EKG (unter Belastung z.B. auf dem Ergometer, Laufband, Fahrrad etc.)
  • Stethoskop – Abhören der Herzschläge
  • Pulsmessung
  • Blutdruckmessung
  • Herzstrommessung evtl. mit Herzkatheter
  • Labor (Blutuntersuchung bzgl. Entzündungen im Körper)

THERAPIE BEI HERZRHYTHMUSSTÖRUNGEN:

Sollten Herzrhythmusstörungen auftreten, bitte immer sicherheitshalber vom Arzt abklären lassen. Manche Störungen müssen nicht behandelt werden. Andere wiederum können das Herz schwächen und das Schlaganfallrisiko steigern.

  • Schlägt das Herz zu langsam, kann es sein, dass ein Herzschrittmacher implantiert werden muss.
  • Normalerweise muss eine Herzrhythmusstörung nur bei Herzkranken therapiert werden. Hier wird je nach Art der Erkrankung medikamentös gearbeitet.
  • Bei bestimmten Herzrhythmusstörungen wird eine Ablation (Verödung der Ausgangspunkte im Gewebe)
  • Bei stärkerer Pumpschwäche des Herzens wird ein Defibrillator operativ eingesetzt.

Alternative Behandlungsmethoden können begleitend vom Heilpraktiker durchgeführt werden. Hier können Homöopathische Mittel, Heilkräuter und Akupunktur unterstützend eingesetzt werden.

 

Vorbeugung und Selbsthilfe:

  • Vermeiden Sie Stress
  • Sportliche Betätigung stärkt das Herz
  • Regelmäßige ärztliche Vorsorgeuntersuchung
  • Gesunde Ernährung
  • Nicht rauchen
  • Keine Drogen
  • Kein übermäßiger Alkoholverzehr
  • Vorsicht bei den Nebenwirkungen von Medikamenten
  • Falls ein Herzschrittmacher eingesetzt wurde, regelmäßige Kontrolle der Funktion
  • Entspannungsübungen – autogenes Training

 

Weitere Infos: Herzrhythmusstörungen: Wikipedia